RepaKorr - Reparatursysteme und -konzepte für Korrosionsschutzbeschichtungen von Offshore-Windenergieanlagen


 

Korrosion ist ein kritischer Faktor beim Einsatz von Offshore- Windenergieanlagen. Die wichtigste Schutzmethode im nicht dauerhaft getauchten Bereich der Anlagen ist die Applikation von Korrosionsschutzbeschichtungen. Für eine wirtschaftliche Nutzung der Anlagen ist eine Lebensdauer von mehr als 25 Jahren notwendig. Dieser Wert liegt deutlich über in geltenden technischen Richtlinien genannten Schutzdauern für Korrosionsschutzbeschichtungen an Stahlkonstruktionen. Weitere Belastungen, insbesondere Beschädigungen aufgrund mechanischer Beanspruchung, können nach aktuellem Stand nicht ausreichend spezifiziert werden.  

Ein nachhaltiges Reparatursystem, das offshore appliziert werden kann, erfordert die Berücksichtigung komplexer Zusammenhänge, u.a. Anlagenbetrieb, Bedingungen vor Ort, Überwachung und Bewertung der vorhandenen Schutzsysteme. Ebenso stellen die aufgrund der Lage im Meer spezifischen Umweltschutz- und Sicherheitsanforderungen eine besondere Herausforderung dar.

Im Verbundprojekt „RepaKorr“ erarbeiten Hersteller von Beschichtungs­werkstoffen, Applikateure von Beschichtungssystemen, Anlagenbetreiber, Stahlbauer und Gutachter die werkstofflichen, technischen, konzeptionellen und organisatorischen Grundlagen für ein „vor-Ort-Reparatur“-Konzept.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Entwicklung von Reparaturwerkstoffen (Sika Deutschland GmbH) sowie entsprechender Applikationsverfahren (Muehlhan AG) für Offshore-Wind­energieanlagen vor Ort. Für den Nachweis der Funktionalität werden neue Prüfkonzepte  entwickelt (Fraunhofer IFAM), da geltende Prüfvorschriften und -methoden den Reparaturfall nicht berücksichtigen. Weiterhin soll ein neues Verfahren zur Inspektion von Beschichtungen mittels Drohnen­ein­satz (muav, „mobile unmanned aerial vehicle") entwickelt werden (AirRobot GmbH & CO.KG). Entsprechende Inspektionskriterien werden aus anderen technischen Anwendungsfeldern (Schiffbau, schwerer Korrosionsschutz) übernommen, gegebenenfalls modifiziert und Bestandteil einer automatisierten Inspektionstechnik werden (Corroconsult GmbH). Darüber hinaus werden Modifikationen an den Konstruktionen vorgenommen, die eine sachgerechte und sichere Durchführung der Reparaturmaßnahmen ermöglichen (Weserwind GmbH). Des Weiteren wird auf der Basis internationaler und nationaler technischer Richtlinien und Umweltauflagen die Ressourceneffizienz des erarbeiteten Reparaturkonzeptes untersucht und bewertet (RETC GmbH).

Bild 1: Inspektions- und Reparaturarbeiten an einem Offshore-Windturm (Muehlhan AG, Hamburg)

 


Koordinator: Dr. Andreas Momber, Muehlhan AG

Projektpartner (Karte):

  • Muehlhan AG
  • Sika Deutschland GmbH - Geschäftsbereich Industrial Coatings
  • Corroconsult Gesellschaft für Coating Control Consulting GmbH
  • WeserWind GmbH Offshore Construction Georgsmarienhütte
  • AirRobot GmbH & Co KG
  • Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) - Bereich Klebetechnik und Polymere
  • RETC Renewable Energy Technology Centre GmbH (assoziiert)

Laufzeit: 01.04.2013 – 31.03.2016

FKZ: 03X3570A


Veröffentlichung unter
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960148116302439